Flugunfall

Alarmierung: 24.4.2018       19:44 uhr

Alarmstichwort: Flugunfall mittel

Ruhig geht es kurz nach 21 Uhr am Dienstagabend an der Einsatzstelle zwischen Mittel- und Unterfischach zu. Die Feuerwehrleute, die auf der Wiese harren, haben das Blaulicht ihrer Einsatzfahrzeuge längst abgeschaltet.

Es surrt nur noch das Stromaggregat, das Energie für die hellen Scheinwerfer liefert. Sie tauchen den Unglücksort in grelles kaltes Licht. Von dem Ultraleichtflugzeug, das sie beleuchten, ist nur ein kleiner undefinierbarer Haufen Schrott zu erkennen.

Der Pilot habe damit – so heißt es vor Ort –  auf der Wiese, die als Start- und Landebahn dient, geübt. Laut Polizei habe ein Fluglehrer am Boden beobachtet, wie das Fluggerät gegen 19.30 Uhr, kurz nach dem Start, in einem steilen Winkel nach oben gezogen habe. Der Mann habe den Piloten per Funk angewiesen, seine Bahn zu korrigieren, aber darauf keine Antwort erhalten.

Aus 60 Metern abgestürzt

Danach sei die Maschine mit der Front nach vorne gekippt und in einem steilen Winkel Richtung Boden geflogen. Die Maschine habe sich nach links und rechts gedreht bis sie kurz darauf aus etwa 60 Metern Höhe auf der Wiese aufgeschlagen sei. Vereinsmitglieder, die alles beobachtet haben, berichten, dass der Flieger dort sofort in Brand geraten sei. Mit Feuerlöschern versuchen sie der Flammen Herr zu werden. Dem Piloten können sie allerdings nicht mehr helfen. Er ist tot.

Die Freiwillige Feuerwehr Obersontheim kommt mit vier Fahrzeugen und 25 Mannschaftsmitgliedern vor Ort, erstickt die Flammen. Als die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, ist es die Aufgabe der Feuerwehr, die Einsatzstelle zu beleuchten.

Zunächst darf niemand in die Nähe des Wracks: Der Ultraleichtflieger ist mit einem Rettungssystem ausgestattet, das mit einem kleinen Sprengsatz den Fallschirm in die Höhe katapultieren soll. Hat es noch nicht ausgelöst und geschieht das während der Rettungs- und Bergemaßnahmen, werden Helfer oder Ermittler womöglich schwer verletzt.

Spezialisten zum Entschärfen

Ein Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen soll das klären. Aber auch er ist nicht sicher, ob das System noch scharf ist. Neben der örtlichen Polizei kommen derweil auch Beamte des Kriminaldauerdienstes aus Schwäbisch Gmünd an den Unglücksort. Spezialisten vom Landeskriminalamt machen sich auf ins Fischachtal, um das Rettungssystem zu entschärfen.

Wartezeit für Polizei, Feuerwehr und die Helfer von der DRK-Bereitschaft Gaildorf. Fernseh- und Radiojournalisten kommen an. Daniel Finster, erst seit dem Wochenende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Obersontheim, darf gleich Interviews vor laufender Kamera geben. Seinen Start in das neue Amt wird der 30-Jährige wohl niemals vergessen. Einen Teil seiner Einsatzkräfte schickt er wieder nach Hause – nicht alle werden zum Ausleuchten gebraucht. Die, die bei 8 Grad weiter warten müssen, werden mit Getränken versorgt.

Die Spurensicherung der Kriminalpolizei nähert sich mit Schutzanzügen und Atemschutzmasken dem Wrack. Durch den Brand sind giftige Schwebstoffe entstanden, denen sich die Beamten nicht aussetzen wollen. Sie sind sehr vorsichtig, berühren wegen der Gefahr, das vom Rettungssystem ausgeht, nichts.

Bericht und Bilder Haller Tagblatt/Oliver Färber

Im Einsatz waren:

Feuerwehr Obersontheim

  • MTW
  • LF 20/16
  • LF 20
  • TLF
  • LF 8

Feuerwehr Bühlertann

  • LF 10

Feuerwehr Bühlerzell

  • HLF

Rettungsdienst

  • RTW
  • NEF
  • Bereitschafts RTW Gaildorf

Polizei